Archiv für die Kategorie „Zukunft“

wegen autoindustrie: pedelec-werbevideo verboten

Zur Abwechslung mal Werbung.

In Frankreich verbotene Werbung.

Für ein Fahrrad.

Ja, 2020 und Europa und so, nicht Mittelalter und nicht China:

Dieser nur 45 Sekunden kurze Werbespot der niederländischen Elektrofahrradschmiede VanMoof darf im französischen Fernsehen nicht mehr gezeigt werden, denn er „verunglimpfe die Automobilindustrie“.

Nein, leider kein Scherz. Ist auch Juli und nicht April, wir leben immer noch in einer weltweiten Viruspandemie und wir haben auch erst die Hälfte des Jahres geschafft.

Fakt ist nach wie vor, dass wir eine Mobilitätswende brauchen, ob nun mit oder ohne Frankreich, ob nun in Europa oder außerhalb. Sonst gibt es nämlich zur Hälfte dieses Jahrhunderts kein [insert transportation object here] mehr, was auf irgendeiner Straße rollt, weil der Planet uns alle gegrillt und erstickt hat. Aus gutem Grund, nicht zu vergessen.

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2021: tekkies kaufen wieder macs!

apple
Apple: will „schneller“ und „weniger warm“ werden. Und natürlich „glänzen“…

2005, also vor 15 langen Jahren, wurde die Computer-Hardware-Firma Apple aus Cupertino Opfer ihres eigenen Marketings: man pfiff auf die komplizierte Supercomputer-CPU-Architektur powerpc und stieg um auf die (mangelhaften) Prozessoren der 0815-CPU-Schmiede Intel.

Es war ein Paradigmenwechsel.

Vollkommerz und totaler Bull$hit.

Plus: null Innovation.

Den bis heute auf Expertenseite niemand verstand.

Mit Gehirn ist oft nicht bei Business-Entscheidungen, das wusste ich mit Anfang 20 vielleicht zu wenig. Mir war es als Linuxer eh wurscht.

Anyways.

Vorgespult, wir haben 2020 und Apple wagt erneut einen Paradigmenwechsel: man switcht von Intel zu ARM!

Offiziell weil die CPUs von Intel sich „nicht schnell genug weiterentwickeln“ (Quelle: Bloomberg), Apple „zu warm“ sind und überhaupt ja eh Schrott.

Inoffiziell denke ich, dass es zukünftig keinen Unterschied mehr machen wird zwischen iOS (Smartphones, Tablets) und macOS (Desktop) und man sich hier Richtung Vereinheitlichung der CPU-Plattform bewegen will. Was ja bei der PlayStation 4 ähnlich lief, wo man sich weg von Supercomputer-CPUs Richtung x64 bewegt hat, um a) Entwicklern entgegenzukommen und b) die PC-Plattform mit Ablegern zu fluten.

Gut und clever gewählt ist der aktuelle Schachzug der Gegen-die-Wände-Läufer aus Cupertino absolut: ARM-Prozessoren gehören mit zu den ältesten, sind daher bestens supportet und wirklich energieeffizient. Da bräuchte es nicht einmal interne Untersuchungen.

Ob man sich einen Gefallen machen wird die Desktop-Plattform für iOS-Gedönsen zu opfern steht auf einem anderen Blatt – gerade dieser Move läuft aber schon ein paar Jahre, da braucht man sich nur die „App-Stores“ beider Plattformen anschauen oder die LED-Bar diverser Macbooks. Ja, auch ich habe ein paar Schafe (verloren) in meinem Bekanntenkreis und sehe manche Bewegungen der Apfel-Welt.

Wann genau erste Mac-Hardware mit ARM-CPUs in 2021 kaufbar sein wird, wird wahrscheinlich am 22. Juni öffentlich, wenn Apple die WWDC 2020 abhält; natürlich online only wegen COVID-19.

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coronarchiv

„A Journal of the Plague Year: an Archive of CoVid19“

Seit knapp zwei Monaten gibt es ein von den Universitäten Hamburg, Bochum und Gießen initiiertes einzigartiges Public-History-OpenSource-Webprojekt, das cornonarchiv.

coronarchiv: Logo und Inhalte

Auch wenn Public History schwer zu definieren ist, lässt sich der Sinn des coronarchiv wie folgt zusammenfassen: was digital vorhanden ist und während der Coronavirus-Pandemie an Inhalten erstellt wurde, kann jederzeit von uns in das Onlineportal hochgeladen werden.

Beispiele für solche Inhalte: Texte, Tagebücher, „Corona-Collagen“, Briefe, E-Mails, Gedichte, Artikel in Zeitungen und Zeitschriften, Einkaufszettel, Einladungen (bspw. zu „Corona-Partys“), Einsatzberichte, Aushänge, Warnhinweise (bspw. zur räumlichen Distanzierung), Verordnungen sowie Fotos, Zeichnungen, Bilder, Videos, Aushänge, Speisekarten, Chats, Social-Media-Posts bis hin zu Sprachnachrichten, Songs und Lesungen, etc. pp.

Ziel: eine möglichst vielfältige Dokumentation, sowie Gewährleistung von Pluralität und Diversität zukünftiger Erinnerungen. Oder: einfach als Individuum auch mal Teil der Geschichte werden, während sie ums uns herum passiert.

Ich bin starker Befürworter dieses Projekts und kann nur eindringlich hinweisen: beteiligt euch vielfältig und zahlreich! Gewünscht hätte ich mir diese Art von Onlineprojekt allerdings schon viel früher, etwa zum NSA-Skandal (2014), zur Finanzkrise (2008/2009), 9/11 (2001), BSE-Skandal (90er Jahre); Themen hätte es mehr als genügend gegeben und die Technologien standen uns in diesen Jahren auch schon zur Verfügung. Verpasste Chancen, wenn ihr mich fragt.

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href.ninja wird 5.000

Und noch ein internes Mega-Jubiläum dieses Jahr: meine Linkschleuder href.ninja wird 5.000!

href.ninja logo banner

Genauer scheint das bereits seit längerem der Fall zu sein, denn aktuell zählt die Sammlung meiner |)i3 @L73RN/-\7Ive pr€$$€/-\G3nt|_|R 5.108 Hyperlinks inklusive kurzen eigenen Beiträgen zu Lesenswertem. Zeitlich liegen wir hier also irgendwo bei Anfang April 2020, wann dieser Meilenstein geknackt wurde.

Witziger Zufall ist, dass es für href.ninja am 8. April 2012 online los ging. Also weiß ich ziemlich genau die Zeitspanne, wann die 10.000 geknackt sein werden: irgendwann April 2028 herum.

Nicht witzig war, dass viele Links und Hinweise meines virtuellen Kurzzeitgedächtnisses für immer verloren sind: meine Anmeldung bei del.icio.us war am 21.09.06 schon, ab diesem Datum sollten Daten vorhanden sein. Die zahlreichen Verkäufe der damals sehr beliebten „Web 2.0“-Plattform und andere Schwierigkeiten mit dem Management, hatten mein Ursprungsarchiv irgendwann für immer zerstört. Ich tippe, dass rund 500-1.000 gesammelte Links so im Datennirwana landeten.

Das, und der Umstand, ein eigenes Konkurrenzprodukt zum Kurznachrichten-Masseur-Webdienst Twitter anbieten zu können, führten irgendwann 2012 dazu, ein eigenes System auf meinem Server für mein Gehirn-RAM aufzuziehen.

Bis heute läuft es mit dem datenbanklosen Unterbau Shaarli, initiiert von dem Franzosen Valentin CARRUESCO aka Idleman. Nur fragt mich nicht, in welcher Version: der Code wird schon seit Jahren von der Community über GitHub weiterentwickelt. Und von mir zu selten abgerufen und geupdatet…

Solche autarken Systeme wären nicht nur im Krisenjahr 2020 wichtig gewesen. Mich schaudert nach wie vor, wenn ich von „offiziellen“ Meldungen von Politikern oder Behörden über Twitter höre, das sollte meiner Meinung nach verboten werden. Genauso wenig kann ich ein Onlinemagazin ernst nehmen, das permanente Verweise in eigenen(!) Artikeln zu Twitter oder Instagram oder sonstigem Webschundrotz „einbettet“. Das ist nicht unabhängig, sondern faul und eklig und gehört ebenso verboten. Von dem Cookie-Dreck und Werbe-IDs, die man mitliefert, ganz zu schweigen.

Baut euren eigenen Webdienst auf! Eine Domain mit eigenem Webspace (heute Neusprech „Cloudspace“) kostet heute keine 10€ mehr im Jahr, ein System wie Shaarli ist in 5-10 Minuten aufgezogen und betriebsbereit. Das sage und schreibe ich bereits seit 20 Jahren, sehe dagegen weiterhin nur Dreck und die Leute konsumieren oder produzieren es doch weg.

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eric geusz

Eric Geusz ist ein Fuchs! Seine Kunst besteht in dem Erstellen von sagenhafter Space Art aus ordinären Alltagsgegenständen:

Eric Geusz: Spaceart aus Alltagsgegenstaenden

Wie oben zu sehen die zwei Beispiele, ein Schneebesen und ein Eisportionierer. 🙂

Er hat noch sehr viele Dinge mehr so abgespacet verwandelt, orientiert sich dabei gerne an Künstlern wie Moebius, Peter Elson und Chris Foss. Und 50er-/60er-Spaceart, natürlich. Eine große Auswahl findet sich hier:

https://mymodernmet.com/digital-art-spaceship-designs-eric-geusz/.

Ein elektronischer Rasierer, Controller der PS4, alten Xbox und Dreamcast, Eierbecher, Chillisaucenspender, Fieberthermometer, Würfel, Schampusflaschen, Radierer, Allzweckwerkzeug, Shampooflaschen, Kugelschreiber. Hammers!

Ganz ehrlich: würde man die Vorbilder nicht sehen, man würde glauben, man hätte es mit Konzeptkunst einer neuen Zeichentrickserie zu tun. Ein unfassbares Ausnahmetalent! Mit eigenem T-Shirt-Shop!

„Sometimes the object instantly screams an idea.“ – Eric Geusz

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stop plastic pollution

Zum Tode von Florian Schneider-Esleben, einer der zwei Gründer der Musikgruppe Organisation, aus der zwei Jahre später die legendäre Elektro-Band Kraftwerk hervor ging, hier sein letztes Stück, das er 2015 veröffentlicht hat:

Mach‘ es gut, Florian, alter Haudegen weltweit agierender Elektro-Kamikaze-Avantgarde ausgehend von der Düsseldorfer Schule!

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sieben milliarden im visier

Viele wichtige Themen gehen aktuell im COVID-19-Einheitsbrei der globalen Informationsmedien unter, eines davon ist der Ausbau des globalen Überwachungsstaates, der in diversen Ländern munter vorangetrieben wird.

Zum Beispiel will Taiwan seit dem 13. April mit einer Verkehrs-App Massentracking betreiben, ein weiterer Link beschreibt COVID-19 aktuell als „trojanisches Pferd“ und listet inzwischen 30(!) Länder, die Überwachungsprogramme durch die Hintertür eingeführt haben und auch Edward Snowden, der US-Whistleblower, der 2014 die NSA-Überwachung publik machte und damit einen Skandal auslöste, meldete sich jüngst aus dem russischen Exil mit einer Warnung, mit dem Coronavirus als Vorwand ließe sich „die perfekte Architektur der Unterdrückung“ aufbauen.

Passend dazu erreichte mich vorgestern eine Email des Cyberpunk-Kollegen Bram Jansen, der uns in einem sehr guten und ausführlichen Artikel erneut die „Five Eyes“, „Nine Eyes“ und „Fourteen Eyes“ erklärt, den ich hiermit gerne an die LeserInnen hier weiterreiche.

Interessanterweise sticht hier noch ein bilingualer Fernsehsender, arte nämlich, zur besten Zeit mit einer packenden und beunruhigenden 90-minütigen Dokumentation von Sylvain Louvet eben zu oben erwähntem Thema hervor, die ich dazu definitiv teilen muss:

Dank geht raus an Paul Gehrke, der mir den Hinweis über den Stream meiner Friendica-Instanz verfügbar machte vor drei Tagen.

Wichtig: die nächste Ausstrahlung hier im TV findet am Freitag, den 15.05.20 um 9:50 statt. Noch wichtiger: online ist das Video nur bis zum 19. Juni 2020.

Brave. New!? World.

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ich und meine maske

Als junger Erwachsener hätte ich niemals gedacht, so etwas hier mal zu besitzen:

Ich und meine Maske

Wie naiv!

Zu sehen ist meine N95/F2PP-Atemschutzmaske in doppelter Ausführung mit entsprechenden Wechselfiltern. Kostenpunkt: 15,99€. Lieferzeit: 5 Wochen.

Wenn man in den Nullerjahren alternative Medien besuchte im Internet, v.a. im englischsprachigen Raum, fand man immer wieder Websites, die einem solche Masken zu einem Spottpreis verkauften. Die Betreiber und Besucher dieser Webseiten bezeichnete man als „Spinner“, solche Masken waren doch nur etwas für „die Asiaten“ und den Begriff „Prepper“ gab es da auch noch nicht.

Heute ist sie einer der wertvollsten Gegenstände der Welt(!), die man besitzen kann. Und mausert sich im Hintergrund bereits zu einem unverrückbaren Sinnbild unserer Gegenwart. Wie schön, dass sich die Zeiten für uns alle doch verbessert haben!

Die Realität aktuell nämlich ist, dass Atemschutzmasken hierzulande bereits in Sachsen verpflichtend sind. Bayern und Mecklenburg-Vorpommern wollen nachziehen, in Bundesländern wie Baden-Württemberg darf man öffentliche Verkehrsmittel und Supermärkte nur noch betreten, wenn man eine trägt. Im Kern ist es eine Frage der Zeit, bis die Pflicht Maske zu tragen für alle kommt, und, hätte man hierzulande genügend auf Lager, sie wäre längst da. Zu spät kommt das alles zudem.

Seit wenigen Wochen biete ich auch in einem Widget unter den Beiträgen hier selbst welche an. Die Kooperation läuft aktuell über Amazon, allerdings haben die bereits durchsickern lassen, dass man eventuell in Erwägung ziehe, den Verkauf an die Bevölkerung einzustellen, da Einrichtungen wie Krankenhäuser die noch dringender bräuchten. Sollte sich das also erübrigen, werde ich das Widget versuchen während der Pandemiezeit weiterhin anzubieten, wahrscheinlich dann über Amazyble statt Amazon. Nur dass sich niemand wundert.

Meine persönliche Meinung dazu? Asiaten gehören nicht umsonst zu den intelligentesten Völkern der Welt. Vielleicht hätte man in der Vergangenheit öfter auf sie hören sollen. Das Beispiel Südkorea zeigt das ja aktuell ganz vorzüglich: während das 52 Millionen Einwohner zählende hochmoderne Land nur knapp 10.700 infizierte Personen zählt, bei lediglich 237 Todesfällen (Stand: 20.04.20), ist in Europa Mittelalter und seit 13.03.20 das größte Epizentrum der Seuche nach China.

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dein pod – deine daten

Stell‘ dir vor, Datenkraken wie Facebook, Twitter und Co. würde deine persönlichen Daten nicht exploiten und daraus resultierenden Cashflow nicht in die eigenen Taschen abführen, sondern müssten um Erlaubnis fragen, um diese Daten aus eurem eigenen Daten-Container (hier genannt POD – Personal Online Data) erhalten zu können.

Das ist das Grundkonzept von SOLID:

SOLID - Gateway fuer deine Daten

SOLID wurde bereits 2018 kurz hier vorgestellt. Da sich das Problem mit der Verwertung oft gegen den Willen der Nutzer aber in der Zwischenzeit nicht verbessert, sondern noch eher verschlimmert hat, hat Hackaday erst Ende März und dann noch Anfang April das Projekt erneut breiter ausgeleuchtet.

Das sind Link-Tipps und Must-Reads gleichzeitig, denn wenn bisher eines seit Erfindung des WWW Anfang der 90er nicht funktioniert hat, dann dass die Menschen gelernt haben, damit umzugehen. Man muss ihnen weiter helfen.

Vom WWW-Erfinder höchstselbst stammt die Idee zu SOLID: Tim Berners-Lee. Sie schießt ins selbe Kraut wie die seit Monaten andauernden Diskussionen, dass wir das WWW an Mega-Konzerne mit zwielichtigen Visionen verloren und uns sogar gopher zurückwünschen: es läuft was schief mit dem Web, schon seit Jahren, wie biegen wir das jetzt wieder gerade?

Ist eine Riesen-Herausforderung.

Schließlich lässt sich Zeit nicht zurückdrehen, Facebook beispielsweise nicht wieder zurückcoden, WhatsApp oder Instagram für Milliarden zurückkaufen: „Was mit Zucky zusammen den Bach runterging war die Illusion einer zentralen Wahrung der persönlichen digitalen Identität, die er mitkreierte. Eine Generation von unheilbaren Web-Krüppeln; gescheiterten Nutzern, die niemals den essentiellen revolutionären Hintergedanken eines dezentralen Informationsdienstes verstanden hatten. Die verzweifelte Annahme, dass jemand, oder zumindest irgendeine Kraft, sich um die Daten nach dem Klick auf den Button kümmert.“

Auch Hackaday spricht denn auch von „Glück“, sollte SOLID funktionieren: in dem Fall gäbe es Wettbewerb in diesem Bereich, da NutzerInnen ihre Daten einfach mitnehmen könnten, wie bei einem Umzug. Wohl im Konjunktiv.

Wenn SOLID, ein OpenSource-Projekt vom Erfinder des Web selbst Glück braucht, und noch viel mehr Zeit, um Perspektive zu geben, was bleibt in der Zwischenzeit?

Nun, es liegt zum einen an einem selbst: PODs nämlich, wenn auch nicht für SOLID, kann man heute schon selbst aufsetzen, dezentrale soziale Netzwerke gibt es bereits in recht ausgereifter Form. Friendica, diaspora* und Mastodon sind solche, recht bekannten Beispiele. Zum anderen: nee, da gibbet nichts mehr an Alternativen. Wir sind Schuld daran. Wir sollten nicht stolz darauf sein.

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probleme von zeitreisenden

traveling
Traveling, von begemot_dr via flickr.com

Schlechte Nachrichten für alle Zeitreisende oder die, die es noch werden wollen: eine aktuelle Physikstudie fand heraus, wenn sich drei oder mehr Objekte gegenseitig beeinflussen, lässt sich die Zeit bzw. die Geschichte nicht mehr zurückdrehen. Damit sei die Unmöglichkeit der Zeitumkehrung fest in der Natur verankert.

Getestet wurde das Modell im Computer anhand von Schwarzen Löchern. Das Phänomen lässt sich wohl bis auf die atomare Ebene zurückverfolgen. Bedeutet konkret, es spielt offenbar keine Rolle, ob das drei Schwarze Löcher, drei Planeten oder drei Atome sind.

Also Obacht: ab drei oder mehr Personen kennt die Zeitachse naturgegeben nur noch eine Richtung und alles endet im Chaos!11

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spitzelnde smart speaker

Der hier und seine KollegInnen lauschen pro Tag bis zu 19(!) mal „zufällig“ in Gespräche rein:

Echo Dot (3rd Gen) - Smart speaker with Alexa - Charcoal

Meldungen über zuhörende „smart speaker“ gab es in den letzten Jahren so einige, genauere Untersuchungen oder gar wissenschaftliche Studien dazu eher weniger.

Mittlerweile hat sich das geändert und auch die Untersuchungen laufen sogar noch weiter, siehe: https://moniotrlab.ccis.neu.edu/smart-speakers-study/, Universität Boston NE. [via]

Kam heraus: im Schnitt lauschen „smarte Lautsprecher“ wie Alexa, Google Home & Co. satte 19-mal „zufällig“ pro Tag in die Gespräche rein. o.O

Für die Versuche wurden alle Geräte in eine kleine Box geschlossen und satte 125 Stunden mit Streaming-TV-Audio vollgepumpt. Gemessen wurde dann, wann die Devices aktiv werden, im Techsprech „aufwachen“. Das kam bis zu 19-mal innerhalb eines 24-Stunden-Zyklus vor. Am schlimmsten am Lauschen waren die Geräte von Apple und Microsoft in den Tests. Für den letztgenannten Hersteller und Amazon gab es auch die längste „zufällige“ Aufnahme, satte 43 Sekunden am Stück.

Spannend werden die zukünftigen Untersuchungen der Inhalte in die jeweiligen Hersteller-Clouds: hier will man zum einen wissen, welche das genau sind. Und zum anderen, ob diese vorurteilsbehaftet sind, also Unterschiede aufweisen bezüglich Geschlecht, Ethnie oder Akzent.

Ferner ist bisher nicht bekannt, ob die „Smart Speaker“ aus ihren Fehlern lernen, also über irgendeine Form von künstlicher Intelligenz verfügen. Wobei man sich bei machine learning, was hier Anwendung finden würde, auch bis heute streitet, ob man hier überhaupt KI am Werk sieht. Auch hier werden die Ergebnisse mit Spannung erwartet.

Talking about „smart“, eh!?

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coronamania

Nach knapp vier Wochen multimedialer Coronadauerbefeuerung ist mein an Informationsüberladung eigentlich gewöhntes Gehirn mittlerweile dann auch eingeknickt. Ich persönlich sehe zwar nach wie vor keinerlei Anlass zu Panik, doch leergeräumte Regale in Supermärkten, befremdliche Stille unter Menschenansammlungen wie Parkplätzen, und täglich neue Hiobsbotschaften wie Grenzschließungen in Europa oder Schulschließungen bis mindestens Anfang April fühlen sich für mich mittlerweile an, als sei ich ein NPC (non-playable character) in Plague Inc. Nur leider in Echt.

Schön ist das nicht und eigentlich unnötig. Doch zum Glück bin ich Wissenschaftler von Beruf! Und kann dann doch (sage und schreibe) zwei Projekte gerne weitergeben, was wir so mithelfen in diesem katastrophalen Zustand der Welt und was in den letzten 28 Tagen hängengeblieben ist.

Das erste Projekt ist von der John-Hopkins-Universität, hier ein Screenshot:

Coronavirus, Fallzahlen zum 13.03.20
Coronavirus, Fallzahlen Stand 13.03.20

Die interaktive Karte ist öffentlich in einer Desktop- und Smartphone-Version hier abrufbar: https://www.arcgis.com/apps/opsdashboard/index.html#/bda7594740fd40299423467b48e9ecf6.

Die Karte und die Hintergründe hat man textlich bereits am 28. Februar bei Telepolis vorgestellt. Ich selbst hatte den Link wenige Tage zuvor von einem Arbeitskollegen bekommen.

Das zweite Großprojekt der Wissenschaft, und das freut mich als ITler besonders, der nach wie vor zu Distributed Computing beiträgt mit lokaler Hardware, ist der Fakt, dass weltweit Supercomputer umprogrammiert werden, um einen passenden Impfstoff zu finden. Das ist eben, worum es sich drehen sollte, nicht wie zuvor die Forschung für schmutzige Bomben. Nee, tatsächlich: der Sierra-Supercomputer des Lawrence Livermore National Laboratory zum Beispiel hier macht eben sonst genau das. Darüber nachzudenken würde weh tun, also lassen wir das. Der Supercomputer Summit soll hingegen bereits 8.000 Wirkstoffe durchprobiert haben und 77 erscheinen vielversprechend. Wer früh eine PS3 hatte, der kennt vielleicht noch das Projekt Folding@home: hier einfach mitmachen, denn die Rechenleistung eigener PCs fließt seit wenigen Tagen genau in die selbe forschende Richtung. Aus den VAE, Vereinigten Arabischen Emiraten, hilft der Supercomputer Artemis. Weitere Rechenzentren in Europa, mittlerweile das Epizentrum des Virus in der westlichen Welt nach China, helfen mit. Realistische Zahlen gehen davon aus, dass wir in 12-18 Monaten über einen Impfstoff verfügen werden…

Das war’s!

Ich habe mich bemüht und auch noch mein virtuelles Kurzzeitgedächtnis nach Ergebnissen durchforstet. Mehr fand ich leider nicht. In 28 Tagen. Irgendwie wird mir übel darüber nachzudenken, was die nächsten vier Wochen medial bringen mögen.

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underground-elite-profi-photographie

Seit ich ein Smartphone besitze bescherte mir die integrierte Kamera ein exponentielles Wachstum an Handyphotos. Wie es sich für einen euphorischen Smartphone-Erstbenutzer der menschlichen Gattung gehört, brauchte ich natürlich schon kurz darauf einen Account bei einem (a)sozialen Medium, um diese kritischen medialen Megapixel-Erzeugnisse, wie Frühstückscroissants, mit wildfremden Mitmenschen im Internet zu teilen.

Ja, selbst ich hatte mal einen Instagram(C)(TM)(R)-Account, und wie es sich für einen richtigen Neo-Archivar unserer Zeit gehört, sind die Inhalte auch heute noch erhältlich. Als dann 2013 BigBrother höchstselbst in Form von Fratzenbuch.com das Bild-Sharing-Netzwerk einfach schluckte, war ich bereits Junkie und auf der Suche nach Alternativen. Dadurch begegnete mir ein anmutig aussehender Konkurrent und Startup EyeEm aus Berlin, wo es meine Croissants, und vieles weitere mehr seit 2013, auch heute noch stetig aktualisiert gibt: https://eyeem.com/u/saschaschroeder.

Wer’s wirklich drauf hat mit Handyphotos, kann bei EyeEm problemlos zum Photographie-Vollprofi werden: seit 2014 nämlich besteht mit dem EyeEm Market die Möglichkeit, automatisch nach jedem Upload die Photos kommerziell anbieten zu können. Ein renommiertes Haus, dass solche Photos abnimmt, ist Getty Images.

Ich halte mich weder für einen Profi, noch verstehe ich mich groß mit diesem komplizierten Medium Photographie (meine bescheidene Meinung) und es gibt sicher gerade heutzutage massiv Bessere; ich komme ja eher so aus der Autorenrichtung. Doch am 20. Januar 2020 habe ich mein erstes Photo aus „meinem Market“ verkauft und 10$ kassiert:

EyeEm: mein erstes verkauftes Photo, yay!

Zu sehen ist Costa Caparica, ein 19 Kilometer langer Sandstrand der Stadt Lissabon, Portugal. Aufgenommen im Herbst 2016 mit einer 13,1-Megapixel-Kamera eines bereits drei Jahre alten Sony Xperia Z.

Ich weiß nicht, wer es gekauft hat, oder warum. Trotzdem danke! <3 Es ist ein wunderschönes und erhabenes Gefühl, mit einem Hobby Geld verdient zu haben. Wenn es so weiter läuft, hänge ich die IT in 1.597 Jahren an den Nagel und poste nur noch Handycroissants! Versprochen!1

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seti@home macht dicht

Eine gewohnte und beliebte Szenerie auf PCs jeglicher Bauart seit den 90ern des vergangenen Jahrtausends:

Mein SetiATHome-Linux-Client
Oben: Mein SETI@home-Client, Stand März 2020

Das leider viel zu früh IMHO, Ende diesen(!) Monats nämlich, endgültig der Vergangenheit angehören wird:

Google-Screenshot, UC-Berkeley-Ankuendigung, Maerz 2020

Das Projekt SETI@home, jahrelang synonym verwendet für Projekte des verteilten Rechnens, das sich zur Aufgabe gestellt hatte nach außerirdischem Leben zu suchen, stellt den Betrieb ein. T_T

Warum? Offiziell wegen „abnehmenden Erträgen“. Übersetzt: zu wenig Nutzer. Stand Januar waren das noch ca. 104.000 weltweit…

Das Projekt wird abgeschaltet.
Sogar auf unbestimmte Zeit.
Man wolle sich nun der „Auswertung der Ergebnisse widmen“ und die irgendwann auch veröffentlichen.
Das offizielle Statement gibt es auf der Projekt-Homepage: https://setiathome.berkeley.edu.

Man zerstört hier Träume und bricht mit Hoffnungen von Millionen von Erwachsenen und Kindern.
Ich hoffe das ist den Machern bewusst.
Unsere Zeiten hier auf diesem kaputten Planeten werden erneut ein Stück sinnloser.

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gopher://

Gopher: das ist nicht nur der Hauptgegner von Bill Murray in der 80er-Jahre-Kultkomödie „Caddyshack“. Gopher war auch sehr lange die absolute Nemesis des WWW, bevor es seinen Durchbruch mit dem Projekt Netscape in den 90ern hatte.

Spulen wir vorwärts in die Gegenwart, ist von den revolutionären und innovativen Gedanken des WWW nicht viel mehr übrig: längst haben globale kommerzielle Interessen die Technologie übernommen und überrollen den Planeten und dessen Bewohner mit fragwürdigen Produkten in Form von Apps oder gleich ganzer Hardware, wie bei Smartphones geschehen. Kein Wunder, dass sich mancher Netzpionier mittlerweile wieder das auf Port 70 statt 80 laufende Internet-(Text-)Protokoll zurückwünscht.

Ungewollt habe ich nun seit über 12 Monaten die Befürwortung von gopher und massive Kritik am WWW mitprotokolliert, nachfolgend eine kleine Chronologie und Zusammenfassung:

16.02.19
„Warum wir IT-Experten wieder mehr auf „Gopher“ setzen sollten“
https://box.matto.nl/revivegopher.html

16.04.19
„Web-Alternativen: Gopher, Shizaru, Neocities, Water.css – Ideen gegen die degenerierten derzeitigen Entwicklungen des WWW“
https://jfm.carcosa.net/links/2019/04/links-2019-04-14/

10.12.19
„Hier wieder mal ein Artikel/Rant Pro Gopher und Kontra WWW“
http://www.therandymon.com/index.php?/archives/338-This-isnt-fun-anymore.html

24.02.19
„Kult-Blogger Cory Doctorow: wie wir zusammen mit Gopher das Netz gegen Monopolisten verloren“
https://tech.slashdot.org/story/20/02/21/2240222/gophers-rise-and-fall-shows-how-much-we-lost-when-monopolists-stole-the-net

Jop.
Schon jetzt nuff said.
Und so.

Trefflich streiten lässt sich selbstredend, ob die virtuelle Welt mit gopher:// so viel besser gewesen wäre statt mit http://. Für mich braucht es eigentlich keinen NSA-Skandal, um zu erkennen, dass wir uns jahrelang in die falsche Richtung bewegt haben mit dem Web, v.a. kommerziell. Staatlich ja teilweise überhaupt nirgendwo hin.

Auch die jüngsten Diskussionen um die .org-Domainproblematik schießen ins selbe Kraut.

Ich hätte mir rückblickend einfach gewünscht, meine Freunde wären nicht alle zur Datenkrake Facebook gegangen und hätten sich exploiten lassen, sondern hätten lieber mich direkt gefragt, ob ich ihnen wegen meiner Internetaffinität eine eigene Website erstellen könnte. So wäre meine Hoffnung nicht auch schon längst flöten gegangen. Die Nummer eines Transportprotokolls wäre mir dann bis heute völlig egal.

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