Archiv für April 2018

integrierter schaltkreis marke eigenbau

Seit sechs Dekaden begleitet uns die Technologie der integrierten Schaltkreise bereits, ohne sie ist moderne Computertechnik ohne Sinn und Funktion.

Dennoch konzentriert sich die Forschung und Entwicklung der Chips auf nur sehr wenige Hersteller, bis heute ist der Eigenbau so gut wie nicht in den heimischen Bastelzimmern angekommen. Nicht ganz zu unrecht: gilt sie doch als sehr kompliziert, fehleranfällig und langwierig.

Ein paar wenige Mutige gibt es dennoch, einer davon ist Sam Zeloof. Der verkündete jüngst, am 23. April, er habe in seinem Labor einen eigenen auf Lithografie basierenden IC mittlerweile fertig, schaut dann so aus:

Erster in Heimarbeit hergestellter IC auf Lithografie-Basis

[via]

Sam berichtet selbst ausführlich wie es dazu kam in seinem Blog: http://sam.zeloof.xyz/category/semiconductor/.

Und mehr wie eine Meldung auf T(z)witter von ihm mit den drei Bildern oben gibt es auch noch gar nicht.

Dennoch: da er erst seit 2016 an dem Projekt arbeitet macht das natürlich Hoffnung, v.a. im Angesicht der seit Januar aufpoppenden Intel-CPU-Apokalypse. Wir als Konsumenten/Nutzer sind im Grunde weniger als einer Handvoll riesengroßen Herstellern willkürlich ausgeliefert, die meist alle in den USA sitzen. Und Intel feiert trotz den Horrormeldungen Anfang des Jahres einen Rekordumsatz im 1. Quartal in Höhe von 16,8 Milliarden US-Dollar. Das ist genau die verkehrte Welt, die solche Konzepte wieder etwas gerade rücken könnten.

Sam baute uns diesen vielversprechenden IC in Handarbeit. Was macht ihr so!?

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windows phone is no more

Eine der besten Tech-Meldungen des Jahres 2018 geht so:

Über den Microsoft-Store gibt es ab jetzt keine Windows Phones mehr zu kaufen.

Zwar wurde der Tod des unbrauchbarsten Telefons der Welt bereits letztes Jahr von Micro$hit selbst angekündigt, siehe hier, doch der Abverkauf der letzten Reserven dauerte bis jetzt.

Aus folgendem Grund:

y u windows phone!?

Die Bevölkerung da draußen ist eben nicht mehr ganz so technik-unerfahren wie zu Glanzzeiten der Windows-Mafia aus Redmond.
Damals.
In den 80ern.
Im vorherigen Jahrtausend.
Falls sich noch jemand daran erinnert.
Vor dem Krieg.

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hurra! adblocker sind legal!

Deutschland.
Zweitausendachtzehn.
Adblocker sind legal, entscheidet der Bundesgerichtshof.
Was. Ein. Land.
Fuck. Springer.

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steckdosen-gehacktes

Wer zu viel gekifft hat bekommt irgendwann Reefer Madness. Dieses durch ausgeprägte Paranoia um sich greifende mentale Phänomen führt eventuell zu problematischen Lebensumständen. Man findet sich beispielsweise in Unterhose auf einem Baum der Nachbarn wieder oder denkt plötzlich, der eigene Rechner würde über die Steckdose gehackt.

Nun, zumindest zu letztem Punkt gibt es jüngst reale Beweise.

Glaubt man einem Team israelischer Wissenschaftler der Ben-Gurion-Universität, ist das Hacken der Hardware und das Auslesen der Daten über eine Steckdose zwar irre kompliziert, aber nicht unmöglich. Man findet das PDF hier: https://arxiv.org/pdf/1804.04014.pdf. [via]

Wie das vonstatten gehen soll ist wahnsinnig faszinierend, zumindest für mich.

Der größte Knackpunkt ist wohl immer noch eine Schadsoftware, die anfangs auf dem Rechner des Opfers installiert werden muss. Diese sammelt individuell interessante Daten und sendet diese in einer bestimmten Frequenz über das Stromnetz. Triggern lässt sich der Start der Sendung dann von innen, über das Programm oder sogar von außen, über das Stromnetz selbst. Für die Übertragung braucht das Programm Prozessorzeit, die es von ungenutzten Chipkernen abzwackt, diese gar überlastet (was bei einer Single-Core-CPU passiert ist mir hier nicht ganz klar). Die Stromspitzen erzeugen daraufhin ein spezielles Wellenmuster und werden nach draußen transportiert.

Magie passiert ab jetzt: ohne das Kabel anbohren zu müssen greifen Angreifer irgendwo draußen die Daten ab. Und: dies geschieht durch Messung des elektromagnetischen Feldes um das Kabel herum*.

Das „draußen“ ist derzeit wohl noch das Zünglein an der Waage: selbst am Verteilerkasten im Haus des Opfers beträgt die Übertragungsrate nur 0,000001 MBit pro Sekunde. Das nur können wir heute so stehen lassen: eine 1MB große Datei würde 305 Stunden, 33 Minuten, 20 Sekunden veranschlagen. Allerdings weiß jeder Hacker, dass 1MB schon sehr viel ausspähbare Daten sein können. Talentierte Coder schaffen es 1MB in wenige Kilobyte zu pressen. Und so ähnlich würde ich mir das bei dieser doch eher hochentwickelt anmutenden Schadsoftware auch vorstellen.

Feinkost Paranoia zum Schluss: in solchen Fällen wie hier, wenn eine Universität mit solch einer Neuigkeit an die Öffentlichkeit geht, gibt es diese Anwendungen in der Echtwelt längst. Was hier oft versucht wird ist a) Aufmerksamkeit zu verschaffen, dass es eine reale Bedrohung ist, b) unmittelbar etwas bevorsteht und man warnen möchte, c) man nach Gegenmaßnahmen suchen will und Hilfe brauchen könnte oder d), alles davon.

*als ich dies das erste Mal las stellte ich mir ein purpurschimmerndes kleines Feld um ein Stromkabel in der Außenwelt vor, wo jemand mit einem durch mich nicht definierbaren Handgerät diese Erscheinung in Computercode umwandelt und auf einem kleinen Display darstellt. Das nur als kostenloser Zusatz für diejenigen, die interessiert, wie mein Gehirn bei Dingen funktioniert, die ich als für mich faszinierend klassifiziere

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das wahre potential der blockchain

Es fühlt sich an wie vor 100 Jahren, doch es war vor „erst“ elf: damals geisterte ein fürchterlicher Marketing-Kackrotz durch den Cyberspace, der sich „Web 2.0“ schimpfte. Unter diesem Schlüsselwort (würde heute „trendig“ #hashtag heißen) sammelten die weltweiten Granden der Inkompetenz & Inkontinenz jene Web-Phänomene, mit denen sie nicht gerechnet hatten in den 90ern des vorherigen Jahrhunderts. Dazu konnten aber schon CSS-Hacks gehören, Webseiten auf Flash(!)-Basis, manchmal auch MySpace/Facebook(!) oder sogar Blogs.

Im Kern war alles Schwachsinn.

Den Begriff gab es eine ganze Weile, sogar „Web 3.0“ kam irgendwann, doch richtig Fahrt aufnehmen konnte das nicht mehr.

Jetzt, mit der Blockchain, passiert aber etwas „Merkwürdiges“, was zwar seit dem NSA-Skandal 2014 vielleicht vorhersehbar war, jedoch nicht 2009 zum Beispiel, als Bitcoin an den Start ging: das Internet steht nämlich technologisch vor der Ablösung.

Die Zeiten sind endgültig vorbei, seit Jahren schon, wo wir munter „frei“ über http Webseiten in die Welt setzen konnten. Ohne https läuft nichts mehr. Es setzt sich, langsam, wie das eben so ist mit tiefgehenden Veränderungsprozessen, durch, dass wir einander bei elektronischen Medien nicht mehr trauen können, nicht mehr trauen sollten. Nicht nur in Bezug auf das Übertragungsprotokoll aus den 90ern.

Hier kommt jetzt die Blockchain-Technologie ins Spiel, deren Credo von Anfang an lautete: „traue Niemandem!“ („Trust. No. One.“)

Man kann diese als Zahlungsmitteltechnologie einsetzen, wie bei Bitcoin geschehen. Man kann sie aber auch wie z.B. bei Ethereum oder NEO als „Betriebssystem“ einsetzen, um Apps (hießen früher mal „Programme“) darauf aufzubauen, die die Menschheit so noch nicht gesehen hat. Und alles, was man darauf kommuniziert, festlegt, abwickelt, etc., wird verschlüsselt und nie mehr änderbar in einer Blockchain abgelegt.

Als junges Beispiel nehme ich hier mal schnell Japan, die bald wirklich verschlüsselt chatten dürfen: https://the-blockchain-journal.com/2018/04/04/line-japans-largest-chat-platform-is-working-with-blockchain/. Ist ja jetzt nur ein Echtleben-Anwendungsbeispiel.

Die Zeiten für Facebook, WhatsApp, Instagram, Twitter; Vergangenheit! End-lich! Danke, Blockchain! <3 Was halt noch fehlt ist die Interkonnektivität zwischen den verschiedenen Blockchain-Systemen. Aus der Historie des Internet könnte, müsste ja faktisch, eine Art, Achtung, Neologismus, Interblockchain, entstehen.

Bis es so weit ist lassen wir das US-Heimatschutzministerium, Apple und Mark Zuckerberg eben Nackt-Selfies von Minderjährigen in ihren unsicheren Clouds speichern und unsere Bank- und Kommunikationsdaten mitsniffen. Schließlich hat sich darauf die Gesellschaft längst geeinigt, sie wird schon nicht daneben liegen.

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unobtainium – eine kryptogeld-erfolgsgeschichte

Ich dachte mir, da alle Kryptowährungen seit Anfang des Jahres auf Talfahrt sind, heute wäre ein ganz guter Tag für eine meiner (seltenen) Kryptogeld-Erfolgsgeschichten.

Logo von Unobtainium

Gegen Ende 2015 fand ich mit einem ASIC-USB-Miner das erste Mal Unobtainium (UNO). Das ging, weil es ganz wenige „Merge-Mining-Pools“ für Bitcoin da draußen gibt, einer der noch heute läuft lautet mmpool.org*.

Zuerst dachte ich an einen Streich (sprich: Hack) im Interface oder gar des Pools selbst. Doch im Nachrichtenüberblick der Website wurde das Zusammenführen der Mining-Methoden kurz zuvor angekündigt. Ich hatte noch nie von Unobtainium gehört und für mich fühlte sich dieser Moment an, als sei ich im Weltall auf eine außerirdische Lebensform gestoßen.

Wenn man den Suchbegriff in eine große US-Suchmaschine eingibt, landete man damals unter Garantie auf einer Website zum 3D-Blockbuster „Avatar“: es gibt dafür sogar eine Seite bei Wikipedia, die mir erklärte, es handele sich um „ein chemisches Element, das praktisch nicht beschaffbar ist“. Ein seltenes fiktives Material also.

Etwas weiter unter den ersten Treffern dann kam ich doch noch bei einer offiziellen Website raus: unobtanium.uno. Die Seite sieht auch heute noch genauso wie damals aus, sowohl vom Design als auch den Features her.

Dort erfuhr ich, dass Unobtainium eine Bitcoin sehr ähnliche „neue Kryptowährung“ sei; welche Entwickler dahinter stecken (u.a. Hagbard Celine…); wo es Wallets dafür gibt; und wo man die Währung handeln kann.

Ende März zahlte ich mir meine ersten selbstgeminten Unobtainium auf mein Wallet aus, 0,014783 Einheiten.

Ich rechnete mir keinerlei Chancen aus mit diesem Blödsinn Geld verdienen zu können.

Dennoch gab es ein Killerargument für Unobtainium: die Gesamtanzahl aller errechenbaren Kryptomünzen beträgt nur 250.000.

Ich l-i-e-b-e seltenes Zeugs. Ich entschied, mir einen ganzen Unobtainium dazu zu kaufen. Meine Investition damals: 3,50€.

Heute, mitten in einer riesigen (wahrscheinlich künstlich herbeigeführten) Kryptogeld-Krise, ist Unobtainium plötzlich mehr wert wie z.B. der populäre Litecoin: gegenwärtig 103,23€ vs. 93,46€. Den bisherigen absoluten Höhepunkt hatte Unobtainium am 19.10.17: über 159€. Wie man der Jahreschart bei „Coinmarketcap“ entnehmen kann ist der Preis seit Monaten wenig volatil und kennt nur einen Weg: nach oben.

Nun zum saftigen Teil dieses Beitrags:

Meine Investition im Frühjahr 2016 von 3,50€ ist heute 103,23€ wert. Das ergibt einen Zuwachs innerhalb von nur zwei Jahren um 2849,43%.

Nimmt man den bisherigen Höchstwert als Maßstab, also die 159€, lag der Zuwachs gar bei 4442,86%.

Verrückt!? Nö. Es ist einfach, was passieren kann, wenn man früh genug in Kryptos investiert. Zeigt mir mal eine Aktie, die das geschafft hat!

Ich kann auch heute noch InvestorInnen empfehlen nach Kryptowährungen Ausschau zu halten, die durch Mangel gekennzeichnet sind. Bei „Coinmarketcap“ kann man sich eine Liste dafür sogar anzeigen lassen, den Link gibt es hier. Bei „Circulating Supply“ muss das Dreieck nach oben zeigen. Scrollt danach runter bis ihr keine „?“ mehr seht und ihr landet irgendwann bei „Project X“. Alles ab da abwärts dürfte in ein paar Jahren, spätestens Jahrzehnten sehr teuer werden.

Abraten kann ich natürlich wie immer von diesen „Hype-Münzen“. GAS und TRON sind zwei so jüngere Beispiele. Wobei die gar nur „Token“, also im besten Fall Dividende sind. EOS ist auch so ein Spezialfall. Lest euch b-i-t-t-e mindestens das White Paper durch, bevor ihr Geld investiert! Und investiert in Kryptomünzen (Coins) und keine Coupons (Token)! Was mit Bitcoin und Konsorten müßig & mutig versucht wird ist das weltweite Geldgeschäft zu revolutionieren; und nicht das „Rabattmarken-Geschäft“.

*mmpool.org bietet leider schon seit Jahren kein Merge-Mining mehr an, weil es laut Betreiber des Pools einfach viel zu aufwendig ist

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simulationshypothese

Nick Bostrom.
Philosophische Fakultät Oxford.
„Technology Review“, 04/2018.

Mindestens eine der folgenden Hypothesen muss zu 100% wahr sein:
1) „Eine reife Zivilisation muss nur einen winzigen Bruchteil ihrer Computer-Ressourcen einsetzen, um viele Billionen menschliche Gehirne zu simulieren.“
2) „Alle Zivilisationen auf unserem derzeitigen technischen Stand der Entwicklung sterben aus, bevor sie technologisch ausgereift sind.“
3) „Technologisch reife Zivilisationen haben kein Interesse an Ahnensimulationen.“

You decide.

Nur eine letzte Frage stellt sich mir hier: wie lauten die Cheat-Codes!?

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