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android: das ende fuer sd-karten II

Ich wollte zu dem Thema noch etwas rausholen, aber hier geht es für mich nicht mehr weiter.

Meine Recherchen haben ergeben, dass bereits ab Android 4.0.x., also Ice Cream Sandwich, den Herstellern von Smartphones und somit auch den Anwendern die Möglichkeit genommen wurde Apps auf eine SD-Karte zu verschieben.

Um das zu betonen: Das hat ganz alleine Google zu verantworten! Es trifft keinen einzigen Hardware-Hersteller, es trifft nicht die Programmierer von Apps und keinesfalls die Anwender.

Warum ich das bei meinem alten Gerät nicht so schnell bemerkt habe war einfach: Zum Zeitpunkt, als das Neo V 2011 erschien, wurde es mit Gingerbread, Android 2.3.4, ausgeliefert. Die Möglichkeit Ice Cream Sandwich darauf zu installieren war optional. Die Funktion Apps auf SD-Karten zu verschieben blieb zumindest bei dem Gerät erhalten. Auch mit Jelly Bean 4.1.2, was als Custom ROM verfügbar war, war dies möglich. 4.2.2 habe ich mit dem Gerät nicht mal mehr getestet.

Was mich jetzt noch _brennend_ interessieren würde: Wie hat Google das gemacht? Gibt es Verträge? Welche? Warum nimmt man sich hier Apple als Vorbild? Wenn ein US-Amerikaner im Schnitt 85$ pro Monat für mobiles Internet bezahlen muss, wie verhält sich das mit dem Lieblingsargument von Big G, man solle doch die hauseigenen Clouddienste nutzen!? Zur Erinnerung: Die Nexus-Serie hatte zu keiner Zeit einen SD-Kartensteckplatz.

Das mit Samsung ist ebenfalls nicht einfach: Ich habe zwei Kollegen befragt, die die Stock ROM auf dem S3 und dem S3 Mini am Laufen hatten. Auf keinem der Geräte konnten Apps auf die externe SD verschoben werden.

Was darüberhinaus dreist ist, ist der Fakt, dass Google den internen Speicher ebenfalls als sdcard deklariert. Das ist irreführend und entspricht nicht der Wahrheit. Alle anderen SD-Karten bekommen nämlich die selbe Bezeichnung, nur mit einer Zahl am Ende. Der interne Speicher wird immer als erste „SD-Karte“ genutzt, was er _nicht_ ist, da geht kein Weg daran vorbei. Ebenfalls Schwachsinn ist das als „emulierten Speicher“ zu bezeichnen; es ist und bleibt einfach der Telefonspeicher. Was ist hier das Problem??

Wie gesagt funktionieren spätestens ab Jelly Bean durchgehend ALLE Apps nicht mehr, die früher den Task übernommen haben, Apps und/oder deren Daten auf eine echte SD-Karte zu verschieben. Sie sind obsolet geworden, die Programmierer dürfen einpacken. Wer ein Gerät kauft, das von Haus aus mit Jelly Bean bestückt wurde (heute Standard), der sollte das im Hinterkopf behalten. ES IST NICHT MEHR MÖGLICH. Werdet euch der Konsequenzen dieses Bugs, das als Feature deklariert wurde bewusst. Und: Es wird nicht zurückkommen.

Weitere Workarounds könnt ihr ebenfalls vergessen: Ich hatte über Wochen hinweg die App Link2SD im Einsatz. Die funktioniert auf Stock ROMs nicht, dafür auf Custom ROMs. Außerdem muss ein separater Teil eurer SD-Karte in ext2, ext3 oder ext4 formtiert sein, was zusätzlichen Aufwand erfordert. Ich habe ja gesagt, ich wollte nichts unversucht lassen.

Jedenfalls, inzwischen ist diese App wieder vom Gerät gelöscht. Mehrere Gründe:

1) nur wenige Daten waren auf die SD verschiebbar: Etwa die apk-Datei, diverse Bibliotheken. Der entscheidende Data-Teil, der riesengroß v.a. bei Spielen werden kann, war ebenso wenig verschiebar wie .odd-Dateien
2) beim Update von Apps, die mit Link2SD auf die Karte verschoben wurden, konnten Probleme auftreten, wenn die gestartet wurden. Nur eine Deinstallation behob das vollständig, ein Hin- und Herschieben mit Link2SD hat oft nicht gereicht
3) beim Update der ROM war Link2SD nicht mehr lauffähig. Man musste es komplett neu einrichten. Das geht recht einfach, ist aber nervig und kostet unnötig Zeit & Aufwand, außerdem…
4) …waren hier auch die verschobenen Apps oft nicht mehr lauffähig

Ergo: Ich bin mit dem Thema durch, bewertet das, wie ihr wollt.

Ich finde es eine Frechheit und unterstütze das nicht. Wie gesagt hätte ich gerne die Kontrolle über mein Gerät. Und dass man den internen Speicher als „sdcard“ deklariert ist dummdreist. Das führt systemweit zu allerlei Konflikten, siehe oben. Android wird gerade kaputtgemacht. Und das Schlimme: Google treibt das selbst voran. Ich verstehe das nicht, aber ich verstehe Kelis, wenn sie sagt:

„Yeah, I think about it every day: That’s the American way“ (nas feat. kelis, 2004)

Erst lächeln, kostenlos verteilen, viele Hände schütteln, alle reinziehen und plattmachen. Danach Geld zählen und sich darauf einen runterholen. Das eigentliche Problem ist nicht gelöst. Perfect!

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android: der anfang vom ende

Das Ende für SD-Karten bei aktuellen Android-Versionen war etwas, was mir überhaupt nicht passte. Dieses Problem ließ sich nicht mit einem offenen Bootloader und einer Custom ROM beheben. Meine Befürchtungen, dass nun reihenweise Apps in diesem Bereich für den A**** sind, hat sich komplett bestätigt. Das ist asoziales Verhalten. Entwicklung braucht oft Geld und noch viel mehr Zeit. Einfach dieses Feature zu streichen, dass man Apps komplett auf eine SD-Karte verschieben kann, hat das eigentliche Problem _nicht_ gelöst. Dümmer kann man nicht agieren.

Aber es kommt noch dicker.

Seit gestern ist klar:

1) es wird kein neues Android in der Version 5 kommen
2) stattdessen kommt eine, in meinen Augen unnötige, Version 4.4
3) und: sie trägt den Codenamen „KitKat“

Ich kann gar nicht aufhören aufzuzählen in wie vielen Punkten gleichzeitig das totaler Bullshit ist.

KitKat ist eine Marke von Nestlé. Und es gibt Myriaden Gründe, warum die eine üble Firma sind. Hier nur ein paar:

1) Es gibt beispielsweise Indizien, dass Nestlé Schuld am frühen Tod von Kindern in Entwicklungsländern war (Quelle). Auch der Guardian, eine meiner besten, liebsten & seriösesten Quellen, hat 2007 einen Artikel gemacht, der die Geschichte des Unternehmens dazu zusammenfasst: „Milking it“, via theguardian.com. Hier werden bis zum Verfassen des Artikels auch genügend Gründe geliefert.

2) Es existieren Theorien, dass Nestlé sogar noch mieser ist als Monsanto. Der Grund: Entwicklungsländer um ihr Wasser bringen. Die Technik: Eine wirtschaftlich schwache Region finden, hier die Wasserquellen abzapfen, politisch Druck machen, zur Not das mit aller Macht vor Gericht ausfechten und das Geld in die Schweiz schaffen (Quelle). Zurück bleibt eine desillusionierte und völlig verarmte Bevölkerung, sowie kaum mehr nutzbare Landflächen. Die selbe Masche hat übrigens schon in den USA in Denver, Sacramento, Fryeburg und Mecosta funktioniert.

3) Nestlé ist ein Quasi-Monopolist, der im Bereich von Nahrungsmitteln (nicht nur Süßwaren!) fast überall seine Finger im Spiel hat. Er gehört zu einer ganzen Reihe von schwarzgelisteten Unternehmen, wie die üblichen Verdächtigen Coca-Cola & McDonalds auch, die man hier einsehen kann.

Seit 2009 stattet Google seine Android-Versionen mit süßen Codenamen aus. Es begann mit Cupcake, ging dann weiter über Donut, Eclair, Frozen Yogurt, Gingerbread, Honeycomb, Ice Cream Sandwich und Jelly Bean. In vier Jahren wurde kein, ich wiederhole, kein einziger Markenname benutzt. Das war nicht nur sehr sympathisch, sondern machte auch Sinn, denn was sollte ein neues innovatives Smartphone-Betriebssystem mit altbackenen Produkten zu tun haben? Das war Entwicklern und ich denke auch den meisten Anwendern recht so und bescherte wohl rückblickend auch eine gewisse Bindung an Android selbst. Es machte einfach Laune.

Damit hat es sich jetzt.

KitKat ist der komplette Bruch mit dieser offenen, frei interpretierbaren Philosophie. Stattdessen wird mit 4.4 das Crosspromoting großgeschrieben: Beide Unternehmen versichern, sich gegenseitig kein Geld zustecken zu wollen. Stattdessen werden künftig alle KitKat-Packungen mit kleinen Androiden ausgestattet. One hate.

Bisher waren durchgängig alle Androiden frei, wenn sie vor die Firmenzentrale von Google aufgestellt wurden. Diese Süßigkeiten waren generalisiert und somit unabhängig assoziierbar. Für jeden. Mit KitKat sieht der Androide aus wie die Riegel selbst. Das ist komplett whack und wird von mir nicht supportet. Was kommt als nächstes? Lila Pause, Mars, Nutella und dann Orio? Habt ihr toll gemacht. Idioten.

[Update I, 06.09.13]

Dass es erst mit der 4.2-Version und dem App2SD-Verbot anfing ist auch Blödsinn, aber da habe ich mich erst noch wieder erinnern müssen: Beispielsweise sind Ad-Blocker seit März bereits verboten. Die Richtung VOLLKOMMERZ war also vorhersehbar. So einen Move hat sich nicht mal Microsoft mit Windows erlaubt. …

Dabei will die Ironie der Geschichte es, dass die beiden Gründer das am Anfang ihrer Arbeit noch völlig anders sahen: „Wir gehen davon aus, dass eine werbefinanzierte Suchmaschine sich vor allem an den Wünschen ihrer Kunden orientieren wird – und nicht an denen ihrer Nutzer.“ – zitiert aus dem entsprechenden Stanford-Papier. Alles Lüge. Alles Täuschung. Alles Illusion. – Afrob 2001 auf „Kopfnicker Records: Das Album“

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android: das ende fuer sd-karten

Google hat mit der Version 4.2.x seines Android-Betriebssystems die hauseigene Möglichkeit gekickt Apps auf eine SD-Karte zu schieben. Einfach so.

Als „offiziellen“ Grund konnte ich bisher nur lesen, dass „schädlicher Code über die SD-Karte“ auf dem Handy landen könnte. Außerdem sei es für das Multi-User-Feature von Android an der Zeit gewesen diese echten Karten zu emulieren; was in meinen Augen der größte Schwachsinn ist, den ich je gelesen habe. Linux war von Anfang an mehrbenutzerfähig. Wo genau liegt dann hier das Problem??

Dass dieses Feature jetzt fehlt bringt gravierende Nachteile mit sich:

1) durchgängig alle Apps der App2SD-Karten-Fraktion sind obsolet. Man bekommt entweder die Meldung „das Gerät würde nicht supportet“, was bei einem nagelneuen High-End-Gerät ein Schlag ins Gesicht ist. Oder es heißt eben die „externe SD-Karte ist emuliert“ und daher könnten keine Apps auf die kopiert werden. Genauso wie bei den Adblockern (siehe hier) macht Google das Folgende, wenn auch nicht direkt: „Eure Apps sind nicht mehr gerne gesehen, und tschüss.“ Warum?

2) als ich durch Titanium Backup meine Apps wieder auf dem Gerät mit Android 4.2.2 einspielen wollte, wurde nichts gefunden. Man musste also mit einem Programm, etwa Root Browser, die Backup-Dateien von der SD-Karte in den Bereich der emulierten, einer Art zweiter SD-Karte im Gerät, aber nicht real vorhanden, kopieren. Erst dann konnte Titanium auch wieder auf meine Backups zugreifen. Das ist nicht nur umständlich, sondern völlig sinnbefreit

3) Google überlässt es scheinbar nun den Herstellern, wo die Daten für eine App oder ein Game abgespeichert werden sollen. Nur: Die wenigsten Apps fragen danach. GTA III z.B. wurde standardmäßig intern gespeichert, was ca. 1,3GB(!) Platz auf diesem belegt. Die Spiele von EA verhalten sich analog. Lediglich „Bard’s Tale“ ließ mir noch eine Wahl. Man kann sich vorstellen, wie schnell der interne Speicher, egal wie groß er sein mag, dadurch voll wird. Auch Navigations-Apps sind sehr groß, das betrifft also nicht nur Spiele

4) bei mir schlugen bisher alle Versuche fehl das mit entsprechenden Tools zu lösen. Da gibt es z.B. Folder Mount oder GL to SD. Bei beiden braucht man Root-Zugriff auf das Gerät. Und selbst dann befand sich mein Handy nach diversen Versuchen der Verknüpfung im Bootloop; das Worst-Case-Szenario bei Android

5) Stichwort SuperUser: Was soll ich für ein „Superuser“ sein, wenn alles, was ich noch auf eine SD-Karte kopieren darf, nur Photos, Videos und Musik sein dürfen? Schonmal davon gehört, dass es auch andere Dateitypen gibt? Was kommt als nächstes, etwa dass ich von Haus aus keine Entwickleroptionen mehr angezeigt bekomme und ich hier 7-mal tippen muss, bis ich das sehe?

Eigentlich sollten mir ja mit einer neuen Hauptversion eines OS neue Funktionen geboten werden und nicht alte, generell essentielle abhanden kommen. Bei Android 4.2.x war genau das Gegenteil der Fall. Ich weiß nicht, wie man das rechtfertigen will.

Hinzu kommt, dass selbst die Hacker-Community von TWRP Probleme mit diesem neuen „Feature“ hat: http://teamw.in/DataMedia.

In meinen Augen ist es hier genauso, wie man es von den google-hauseigenen Nexus-Geräten kennt: Die besitzen überhaupt keine Möglichkeit eine externe Karte einzubinden. Sollte der interne Speicher dieser Geräte voll sein, so nutzt doch bitte die Google-Cloud-Dienste wie Music, Drive, etc., ihr Dussel! Nee, geht mal überhaupt nicht.

In jedem Dokument zu Android steht:

„Android ist ein offenes Betriebssystem.“

Aus dieser Aussage folgere ich, dass ich als Nutzer entscheiden kann, wo meine Daten abgelegt werden sollen. Da das bei 4.2.x nicht mehr gegeben ist, es auch keine App-Lösung dafür gibt und ich selbst bei der Community keinen Lösungsansatz gefunden habe der funktioniert hat, kann ich von einem Update von dem legendären 4.1.2 zu dieser Version nur abraten.

Bedenkt man zudem, dass der 4.2-Zweig seit November im Umlauf ist, frage ich mich, was die „Fachleute“ hier eigentlich getestet haben.

Einzig Samsung bietet für seine neueren Geräte diese Möglichkeit noch an. Der Hack soll jedoch ziemlich kompliziert sein (oder beschissen. Im Internet ist von einem „Trick“ die Rede) und ist offiziell von Google nicht abgesegnet.

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