die vergiss-pille


~ Lesezeit: 1 Minute

nach der intelligenten pille kommt nun die vergiss-pille: der neueste streich unserer beliebten umtriebigen psychopharmaka-industrie löscht alle bösen und schmerzhaften erinnerungen aus dem gedächtnis. nun, prinzipiell muss ich sagen, dass da schon eine gewisse genialität drin steckt, aber andererseits sind die ethischen bedenken nicht ganz unbegründet, die besagen, dass man somit auch ein gewaltiges stück der eigenen persönlichkeit einfach mitlöscht.

die holländischen wissenschaftler benutzten dafür beta-blocker, starke medikamente für z.b. die bekämpfung des bluthochdrucks. dann wurden 60 probanden mit spinnen-bildern und elektroschocks malträtiert, in zwei gruppen aufgeteilt und die einen bekamen ein plazebo, die anderen die neue wunder-droge. diejenigen, die die pille schluckten, sprachen anschliessend wesentlich geringer auf die programmierte furcht an. auch einen tag später.

im grossen und ganzen funktioniert das alles, weil das gehirn daran gehindert wird die schmerzhaften erinnerungen neu zu verdrahten. das passiert eigentlich dauernd und mit allem im hirn. natürlich sind die anwendungsbereiche schier unendlich: phobien, bessessenheit(!), esstörungen, sexuelle aussetzer, usw. trotzdem ist die tatsächliche anwendung noch jahre entfernt: ausgiebige tests müssen gemacht, sowie die skeptiker beruhigt werden. letzteres geht doch problemlos für ein paar euro…

[via]

ich freue mich darauf und bestelle mir gleich hundert, die ich alle auf einmal esse wegen der ganzen scheisse in meinem gehirn. ist vielleicht besser als alle abzuknallen oder hexenverbrennung, schliesslich sind wir hier nicht in den usa und im 21. jahrhundert…

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6 Kommentare zu „die vergiss-pille“

  • Ohha,…neee. Das is‘ ja wie beamen; da komm‘ ich nicht drauf klar.

    Die Frage ist: Kann man Pillen nehmen die einen Vergessen lassen das man Pillen genommen hat mit denen man Vergessen wollte?

  • @chris: sowas nennt man dann rückkopplung. 😉 nee, also das hiesse ja, du müsstest dafür nur eine pille nehmen, um das vergessenmachen zu vergessen. und daran hat die industrie wahrscheinlich kein interesse…

  • …dann is ja gut 😉

    Ich will meine Gedanken behalten, Herr Gedankenminister.

  • @chris: nun, die frage ist doch, ob wir heute überhaupt noch unsere eigenen gedanken haben oder ob uns gedanken nicht von aussen, z.b. medien & werbung/radio aufgezwungen werden. ich habe oft das gefühl, meine eigenen gedanken habe ich wirklich nur noch im schlaf, wenn ich träume. und selbst dann weiss ich nicht, ob die sicher sind, wenn mein rechner und das wlan währendessen läuft. hmmm.

  • Stimmt. Hast du mal was von Carlos Castaneda gelesen?
    Thema: Traum oder Real. Hochinteressant…

    Ich denke wir als Blogger haben da ein fettes +. Wenn wir schreiben kommt das immer (fast ziemlich direkt ca ungefähr) direkt ausm Kopp aufs virtuelle Papier.

    Wie halten es andere eigentlich ohne Blog aus?..frage ich mich.

  • @chris: nee, castaneda sagt mir jetzt gar nix. habe allerdings über ihn gerade auf wikipedia gelesen und finde das mit dem „montagepunkt“ und seinem imaginären lehrmeister „don juan“ nicht wirklich überzeugend.

    jedenfalls, es gibt mehrere möglichkeiten das ganze auch ohne blog zu schaffen: zum einen das gute alte tagebuch. und zum anderen, der direkte verwandte eigentlich von uns in der realen welt: das scrapbook. gemeinsam haben alle drei formen den freien stil sowie die erweiterung des gehirns, wenn man so will, oder zumindest der gedankenwelt. ich meine, ewig werde ich in dieses internetz auch nicht publizieren und dann sind das die formen, wie ich es weiterführen kann/muss/soll.

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